Arnika - Arnica montana
Arnika, auch Bergwohlverleih oder Bergdotterblume genannt, zählt zu den bekanntesten und am häufigsten eingesetzten Heilpflanzen. Sie ist vor allem in den Mittelgebirgen Europas verbreitet, wächst auf Wiesen und Heiden und bevorzugt feuchte bis nasse, kalkarme Böden. Charakteristisch sind ihre leuchtend gelben Blütenköpfe, an denen man die „Arnikablumen“, so Sebastian Kneipp, „sehr leicht erkennen“ kann.
Arnika gehört zur Familie der Korbblütler und ist als Giftpflanze eingestuft. Die Wildpflanze ist inzwischen selten geworden und steht unter Naturschutz. Traditionell wird sie äußerlich eingesetzt, unter anderem bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden, Entzündungen von Haut und Schleimhäuten, schlecht heilenden Wunden sowie bei Prellungen und Verstauchungen. Gerade bei „Quetschungen“ schrieb Kneipp der Arnika eine „oft zauberhafte Wirkung“ zu.
„Arnika besitzt in der ganzen Welt den Ruf einer vorzüglichen Heilpflanze.“ – S. Kneipp
Bestandteile und Inhaltsstoffe
Verwendet werden vor allem die Blüten. Sie enthalten unter anderem Flavonoide, ätherische Öle, Phenolkarbonsäuren und Kumarine. Diese Inhaltsstoffe werden mit entzündungshemmenden und keimhemmenden Wirkungen in Verbindung gebracht.
Äußerliche Anwendung:
- Auszüge aus Arnikablüten werden vor allem zu Salben und Gels verarbeitet, z. B. für Salbenverbände.
- Umschläge mit Arnika-Tinktur oder einem Aufguss werden traditionell bei Rheumaschmerzen und Schmerzen infolge stumpfer Verletzungen eingesetzt.
- Zur Mundspülung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
- Arnika-Öl
- Arnika-Kapseln
- ABC-Wärmepflaster (A = Arnika, B = Belladonna, C = Capsicum)
- Retterspitz® mit einer Kombination aus Arnika, Thymian und Rosmarin
Zubereitung und Dosierung:
- Wässriger Auszug zur äußerlichen Anwendung: 2 g getrocknete Arnikablüten mit etwa 150 ml heißem Wasser übergießen und 5–10 Minuten ziehen lassen. Anschließend durch ein Teesieb geben. Ein Leinentuch, Zellstoff oder einen geeigneten Umschlag mit dem Aufguss tränken und auf die entsprechende Körperstelle auflegen. Die Umschläge mehrmals täglich wechseln.
- Arnika-Tinktur für Umschläge: 3- bis 10-fach mit Wasser verdünnen.
- Zur Mundspülung: die Tinktur 10-fach verdünnen.
- Arnika-Öl: Auszug im Verhältnis 1 Teil Droge zu 5 Teilen Pflanzenöl.
Wichtig: Wässrige Arnika-Auszüge sind ausschließlich zur äußerlichen Anwendung vorgesehen.
Sonstiges
In der Erfahrungsheilkunde wurde Arnika früher auch innerlich eingesetzt, unter anderem bei Herzschwäche. Sebastian Kneipp verwendete sie darüber hinaus bei Magen-Darm-Katarrh. Eine innerliche Anwendung wird heute jedoch nicht empfohlen, da bestimmte Inhaltsstoffe in entsprechender Dosierung giftig wirken und erhebliche Nebenwirkungen verursachen können.
Wirkung
- entzündungshemmend (antiphlogistisch)
- keimhemmend (antibakteriell)
- antirheumatisch
- abschwellend

Geeignet bei
- äußerlicher Anwendung bei Verletzungs- und Unfallfolgen, z. B. Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen
- Frakturödemen nach Knochenbrüchen und anderen Unfallfolgen
- Schwellungen
- rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden (Rheuma)
- chronisch venöser Insuffizienz
- Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum
- Insektenstichen
- schlecht heilenden Wunden
„Die Arnikatinktur ist so allgemein bekannt und bei Wunden zu deren Auswaschung, zu Kompressen (Aufschlägen) usw. so allgemein in Übung, daß es mir nicht notwendig erscheint, darüber auch nur ein Wort zu verlieren.“ – S. Kneipp
Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem KNEIPP-Arzt oder Apotheker.
Vorsicht bei / Nicht geeignet bei
Gegenanzeigen:
Arnika darf nicht bei Überempfindlichkeitsreaktionen oder einer Allergie gegen Korbblütler angewendet werden.
Nebenwirkungen:
Arnika kann die Haut reizen. Bei längerer Anwendung auf geschädigter Haut können entzündliche Reaktionen, Ödeme, Bläschenbildung oder Ekzeme auftreten.
Wechselwirkungen sind nicht bekannt.
Bitte beachten
- Arnika-Umschläge werden im entzündlichen Stadium angelegt. Wenn die Entzündung abgeklungen ist, kann zu Salben übergegangen werden.
- Teeaufguss und Tinktur sind nicht zum Einnehmen bestimmt, da Arnika auch giftig wirkende Stoffe enthält.
- Eine Kombination mit Kamille kann sinnvoll sein.