Yoga
Yoga – abgeleitet vom Sanskritwort „Yui“ im Sinne von verbinden oder zusammenspannen – verfolgt das Ziel, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Über Bewegung, Atmung, Konzentration und Meditation kann Yoga zu einer bewussteren Lebensführung, besserem Wohlbefinden und höherer Lebensqualität beitragen.
Yoga verbindet nicht leistungsorientierte Körperübungen mit Atem- und Entspannungstechniken und lässt sich gut in den Alltag integrieren. Obwohl Yoga seinen Ursprung in der indischen Kultur und Religion hat, setzt die heutige Praxis keine bestimmten Glaubensvorstellungen oder religiösen Übungen voraus.
So wird’s gemacht:
- Grundkenntnisse zu den verschiedenen Yoga-Formen sollten unter fachkundiger Anleitung vermittelt werden.
- Yoga wird idealerweise regelmäßig praktiziert – mindestens ein- bis zweimal, besser dreimal pro Woche.
- Die Übungen sollten langfristig in den Alltag integriert werden.
- Yoga sollte möglichst in einem Kurs und unter Anleitung erlernt werden.
- Inhalte und Ablauf können je nach Yoga-Richtung und Unterrichtskonzept unterschiedlich sein.
- Die erlernten Körperstellungen und Atemübungen können zu tiefer Entspannung und meditativer Ruhe führen.
Beispiel 1: Atmung auf „u-u-u“
- Leicht einatmen.
- Auf „u-u-u“ in kurzen, kräftigen Stößen ausatmen.
- Einen kleinen Rest Atemluft zurückhalten.
Wirkung: Kräftigung der Bauchmuskulatur und des Zwerchfells.
Beispiel 2: Atmung auf „uuu“
- Leicht einatmen.
- In einem langen Ton singend ausatmen.
Wirkung: beruhigend und entspannend, insbesondere nach Aufregung.
Beispiel 3: Einschlafübung
- Auf einer flachen, festen Unterlage liegen.
- Den Kopf langsam nach rechts und links rollen lassen.
- Die Übung bis zum Einschlafen fortführen.
Die Übungen sollten möglichst immer in einem ruhigen Raum und auf einer geeigneten Übungsmatte durchgeführt werden.
Sonstiges
- Hatha-Yoga versteht sich als Verbindung gegensätzlicher Kräfte und legt besonderen Wert auf die Kombination von Körperhaltung, Atmung und innerer Sammlung.
- Auch wenn Yoga grundsätzlich im Selbststudium erlernt werden kann, ist die Teilnahme an betreuten Kursen empfehlenswert.
- Yoga-Lehrende sollten über ausreichende Kenntnisse und Erfahrung verfügen, um positive Effekte zu fördern und eine Überdehnung von Muskeln und Gelenken zu vermeiden.
- Die Sebastian-Kneipp-Akademie (SKA) bietet verschiedene Aus- und Weiterbildungen im Bereich Yoga an.
- Der Verband der Yogalehrenden im Kneipp-Bund (vylk) ist ein Zusammenschluss von Yogalehrenden, die ihre Ausbildung an der SKA absolviert haben.
Wirkung
- mentale Kräftigung und Gefühl tiefer Entspannung
- allgemeines Wohlbefinden und ruhigere Atmung
- Verbesserung von Körperbeweglichkeit, Gelenkigkeit und Muskelkraft
- Verbesserung von Atemtechnik und Konzentrationsfähigkeit
- Förderung von Gelassenheit und innerer Ruhe
- Verbesserung der Sauerstoffversorgung
- Zunahme der Elastizität des Bewegungsapparates
- Unterstützung der Regulation des Hormonsystems
- vegetative Stabilisierung und Förderung des körperlich-geistig-seelischen Gleichgewichts
- Stressabbau und Verbesserung der Stresstoleranz

Geeignet bei
- nervösen Erschöpfungszuständen, auch vorbeugend
- Stressproblemen
- einseitigen körperlichen und seelischen Belastungssituationen
- Schlafstörungen
- Angstzuständen
- prämenstruellem Syndrom
- Arthrose, insbesondere zur möglichen Reduzierung der Gelenksteife
- Rückenschmerzen
- funktionellen Magen-Darm-Störungen
- funktionellen Herz-Kreislauf-Störungen
- zur möglichen Blutdrucksenkung; gegebenenfalls ist eine Anpassung der Medikation erforderlich
- Atembeschwerden und Asthma
- in der Schwangerschaft sowie zur Geburtsvorbereitung
Vorsicht bei / Nicht geeignet bei
- Osteoporose als absolute Gegenanzeige
- bestimmten Yoga-Stellungen während der Schwangerschaft
- psychischen und psychosomatischen Störungen, Organneurosen sowie psychiatrischen und psychotischen Erkrankungen; hier ist aufgrund möglicher Gefühle von Unwirklichkeit und Depersonalisation ärztliche Rücksprache empfehlenswert
Bitte beachten
- Fernöstliche Übungsformen lassen sich nicht immer ohne Einschränkungen auf europäische Verhältnisse übertragen. Als besonders geeignet wird in diesem Zusammenhang Hatha-Yoga angesehen, während extremere Yoga-Formen häufig weniger geeignet sind.
- Yoga-Lehrende verfügen nicht grundsätzlich über eine medizinische Ausbildung. Bei bestehenden Erkrankungen oder gesundheitlichen Einschränkungen sollte daher ärztlicher Rat eingeholt werden.
- Bei einer Blutdrucksenkung kann gegebenenfalls eine Anpassung der Medikation erforderlich sein.
- Yoga kann zu starker Entspannung und gegebenenfalls zu Schläfrigkeit führen. Dies sollte insbesondere im Hinblick auf die Fahrtüchtigkeit berücksichtigt werden.