Melisse - Melissa officinalis Zitronenmelisse
Die Melisse wird bereits seit der Antike als Heilpflanze verwendet. Ihr botanischer Name „Melissa“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Biene“, da die Pflanze während der Blüte besonders gern von Bienen besucht wird. Auch für den Menschen ist sie seit Langem geschätzt: Melisse wird traditionell bei Unruhezuständen, Schlafstörungen, nervös bedingten Herzbeschwerden sowie Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Auch die Anwendung bei Lippenbläschen (Herpes simplex) ist bekannt.
Bereits im Mittelalter stellten Klöster alkoholische Auszüge aus Melisse her. Der heute bekannte „Klosterfrau Melissengeist“ geht auf eine Rezeptur der Karmeliterinnen aus dem Jahr 1611 zurück.
Auch in der Küche findet Melisse Verwendung. Die frischen Blätter mit ihrem feinen Zitronenaroma passen gut zu Salaten und Quarkspeisen. Melissentee ist besonders mild und aromatisch und eignet sich – beispielsweise zusammen mit Pfefferminze – auch als erfrischendes Sommergetränk.
Bestandteile und Inhaltsstoffe
Arzneilich verwendet werden vor allem die frischen oder getrockneten Blätter. Sie werden kurz vor der Blüte geerntet, da der Duft des ätherischen Öls zu diesem Zeitpunkt besonders intensiv ist. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen unter anderem Citronellal und Citral sowie Gerbstoffe, Bitterstoffe und Flavonoide.
„Umsonst hat uns der Schöpfer all die wunderbaren Pflanzen und den Verstand nicht gegeben.“ – S. Kneipp
Art der Anwendung
- Zur innerlichen Anwendung als Teeaufguss oder Frischpflanzenpresssaft.
- Frischpflanzenpresssaft: 2–4 EL täglich, bei Kindern 2–3 EL.
- Melissenblätter finden sich häufig in Mischungen mit weiteren pflanzlichen Beruhigungsmitteln wie Johanniskraut, Baldrian oder Hopfen.
- Zur äußerlichen Anwendung als Zusatz für Voll- oder Teilbäder.
- Flüssig- und Trockenextrakte.
- Melissengeist.
- Melissenöl als Bestandteil von Badezusätzen und Salben.
Badezusatz:
- 50–60 g Melissenblätter mit 1 Liter Wasser zum Kochen bringen.
- Etwa 10 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.
- Den Sud in das etwa 38 °C warme Badewasser geben.
Teezubereitung und Dosierung
- 2 TL Melissenblätter mit etwa 150 ml kochendem Wasser übergießen.
- Zugedeckt maximal 5 Minuten ziehen lassen.
- Anschließend abseihen.
- Mehrmals täglich zu und nach den Mahlzeiten 1 Tasse trinken.
Sonstiges
- Ein Bad mit Melissenzusatz am Abend kann beruhigend wirken. Bei niedrigem Blutdruck ist bei Vollbädern jedoch wegen der möglichen Kreislaufbelastung Vorsicht geboten. Teilbäder können hier eine Alternative sein.
- In der Erfahrungsheilkunde wird Melisse auch bei nervösen Herzbeschwerden sowie als Stärkungsmittel in Erkältungszeiten eingesetzt.
- In der Volksheilkunde werden zerdrückte Melissenblätter bei Lippenbläschen aufgelegt.
- Getrocknete Melissenblätter sind Bestandteil von Duftkissen, die beispielsweise bei nervös bedingten Einschlafstörungen verwendet werden.
- Ätherisches Melissenöl ist vergleichsweise kostspielig, da für die Herstellung großer Mengen sehr viel Pflanzenmaterial benötigt wird. Als preisgünstigere Alternative wird teilweise Citronellaöl verwendet, das jedoch andere Inhaltsstoffe besitzt.
Wirkung
- beruhigend
- entblähend
- krampflösend
- schwach bakterien- und virenhemmend

Geeignet bei
- nervös bedingten Einschlafstörungen
- funktionellen Magen-Darm-Störungen
- Unruhezuständen
- Lippenbläschen
Bitte fragen Sie Ihren KNEIPP-Arzt oder Apotheker.
Vorsicht bei / Nicht geeignet bei
Gegenanzeigen sowie Neben- und Wechselwirkungen sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht bekannt.
Bitte beachten
Bei behandlungsbedürftigen Schilddrüsenerkrankungen sollte die Anwendung nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.