Wadenwickel
Der kalte Wadenwickel ist ein altes, leicht anzuwendendes Hausmittel – mit kleinem Aufwand, aber großem Effekt. Je nach Dauer der Anwendung entfaltet er unterschiedliche Wirkungen: Wird er bis zu 10 Minuten angelegt, entzieht er dem Körper Wärme, zum Beispiel bei Fieber. Bleibt er länger – etwa 20 Minuten oder darüber hinaus – liegen, wirkt er entzündungshemmend und gewebestraffend, kräftigt die Venen und beruhigt das vegetative Nervensystem.
„Wie die Wickel kranke Stoffe auflösen und aufsaugen, so nehmen sie auch die Hitze in sich auf und entfernen das Übermaß derselben oder geben auch umgekehrt der Natur eine künstliche Wärme, wie es eben ihr Zustand erfordert. Sie leiten die Fieberhitze ab und geben den Frostigen auch Wärme.“ – S. Kneipp
Benötigt werden:
- 3 Wickeltücher:
- 1 Leinentuch, nass (ca. 30 × 70 cm)
- 1 Baumwolltuch (ca. 34 × 70 cm)
- 1 Wolltuch (ca. 32 × 70 cm)
So wird’s gemacht:
- Das Leinentuch in nicht zu kaltes Wasser tauchen und leicht auswringen.
- Die Tücher faltenlos und straff um den Unterschenkel wickeln:
- direkt auf der Haut: das Leinentuch
- darüber: das Baumwolltuch
- darüber: das Wolltuch
- Anschließend gut zudecken und ruhen.
- Die Liegedauer beträgt im Allgemeinen 15–20 Minuten.
- Zur Fiebersenkung wird der Wickel abgenommen, sobald er nicht mehr als kalt empfunden wird. Bei Bedarf kann die Anwendung 2–3-mal im Abstand von 10–15 Minuten wiederholt werden.
Sonstiges
Der Wadenwickel kann durch verschiedene Zusätze ergänzt oder variiert werden:
- Quark-Wickel: Die wärmeentziehende und entzündungshemmende Wirkung wird verstärkt. Gleichzeitig kann der Quark der Haut Fett zuführen. Dazu Quark mit Milch verdünnen und etwa messerrückendick auf das innere Tuch auftragen.
- Lehmwasser, Lehm oder Luvos-Heilerde: können entzündungshemmend eingesetzt werden.
- Retterspitz®: eine Kombination aus Arnika, Thymian und Rosmarin.
„Wie die Wickel kranke Stoffe auflösen und aufsaugen, so nehmen sie auch die Hitze in sich auf und entfernen das Übermaß derselben oder geben auch umgekehrt der Natur eine künstliche Wärme, wie es eben ihr Zustand erfordert. Sie leiten die Fieberhitze ab und geben den Frostigen auch Wärme.“ – S. Kneipp
Bitte beachten
- Fieber ist keine Krankheit, sondern in vielen Fällen eine für die körperliche Abwehrfunktion nützliche Reaktion.
- Fieber muss deshalb im Allgemeinen erst bei Temperaturen über 39 °C gesenkt werden.
- Eine schonende Fiebersenkung ist durch wiederholtes Anlegen der Wadenwickel möglich.
- Bei kalter Haut, insbesondere bei ansteigendem Fieber, keine Wadenwickel anlegen.
Wirkung
- wärmeentziehend bei einer Liegedauer bis ca. 10 Minuten
- entzündungshemmend
- gewebestraffend
- schlaffördernd
- schmerzlindernd
- vegetativ stabilisierend
- blutdrucksenkend
- herzentlastend
- beruhigend

Geeignet bei
- generellen Überhitzungszuständen, z. B. Fieber oder „Hitzschlag“
- örtlichen Entzündungen, z. B. Venenentzündungen, Blutergüssen, Prellungen oder Sportverletzungen
- Neigung zu hohem Blutdruck
- Überanstrengung nach langem Stehen und Gehen bzw. längeren Märschen
- vegetativer Labilität
- Einschlafstörungen
- nervöser Übererregbarkeit
Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Vorsicht bei / Nicht geeignet bei
- akuten Harnwegsinfekten
- akuter Ischiasnervenreizung
- beginnenden Erkältungskrankheiten und ansteigendem Fieber
- Frieren oder Frösteln
- kalter Haut
Bitte beachten
- Kühlt der Körper aus oder beginnen Sie zu frieren bzw. zu frösteln, muss der Wadenwickel sofort abgenommen werden. Wärmen Sie die Füße anschließend beispielsweise mit einer Wärmflasche oder einem warmen Fußbad.
- Eine unerwünschte Reaktion kann auch auftreten, wenn der Wickel nicht straff genug angelegt wurde und Luft eindringen kann. Dadurch kann der Körper auskühlen, statt dass der gewünschte kontrollierte Wärmeentzug bzw. die reaktive Wiedererwärmung eintritt.