Rückenschule
Die Wirbelsäulenschule umfasst die individuelle Beratung, Diagnostik und Therapie von Fehlhaltungen und ungünstigen Bewegungsmustern. Ziel ist es, Beschwerden vorzubeugen, bestehende Probleme frühzeitig zu erkennen und weitere Verschlechterungen möglichst zu vermeiden.
Der Ansatz ist ganzheitlich und geht über reine Bewegung hinaus. Neben gezielten Übungen spielen auch Ernährung, Lebensordnung und psychische Belastungen eine Rolle. Ebenso wichtig ist das wirbelsäulengerechte Verhalten im Alltag, beispielsweise beim Heben, Tragen, Sitzen oder bei wiederkehrenden Bewegungsabläufen.
Beschreibung
- Ausführliche Erfassung der Entstehungsgeschichte und bisherigen Beschwerden (Anamnese).
- Untersuchung und Funktionsdiagnostik von Bewegungsverhalten, Körperhaltung, Lotlinie, Wirbelsäulenkrümmung sowie der Beweglichkeit von Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule.
- Aufwärmübungen durch aktive Bewegung; bei immobilen oder bettlägerigen Patienten gegebenenfalls auch durch KNEIPP-Heusäcke oder warme Auflagen.
- Dehnung verspannter und verkürzter Muskulatur, z. B. durch den „Katzenbuckel“ oder den Thomas-Handgriff.
- Je nach Alter und körperlicher Verfassung ergänzend Ausdauertraining, Koordinationsübungen und Entspannungsübungen.
- Beratung zu geeigneten Sportarten, wirbelsäulengerechtem Verhalten im Alltag und einer unterstützenden Ernährung.
Wirkung
- Vorbeugung wirbelsäulenschädigenden Verhaltens, z. B. durch richtiges Heben und Tragen mit geradem Rücken.
- Korrektur ungünstiger Haltungs- und Bewegungsmuster.
- Lösung von Blockierungen durch mobilisierende Methoden.
- Stabilisierung des Bewegungsapparates und Ausgleich von muskulären Schwächen und Einseitigkeiten.
- Stärkung der Rücken- und Bauchmuskulatur sowie des gesamten Muskelmantels rund um die Wirbelsäule.
- Dehnung verkürzter und verhärteter Muskeln.
- Unterstützung dabei, Bewegungseinschränkungen und zunehmende Versteifungen möglichst hinauszuzögern.

Geeignet bei
Eine regelmäßige vorbeugende Schulung des Rückens kann dazu beitragen, langfristige Beschwerden möglichst zu verhindern oder zumindest zu mildern.
Wirbelsäulenleiden mit vorwiegend gestörter Funktion:
- Blockierungen und Instabilität der Wirbelsäule
- Schwäche im Muskel- und Bandapparat der Wirbelsäule
- Bandscheibenschäden und Bandscheibenvorfällen, auch zur Rezidivprophylaxe
- Morbus Scheuermann
- psychosomatischen Wirbelsäulensyndromen
Wirbelsäulenleiden mit vorwiegend zerstörter Funktion:
- Morbus Bechterew
- Morbus Reiter
- Osteoporose
- degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen
- Schleudertrauma der Halswirbelsäule
- Tumoren und Metastasen im Wirbelsäulenbereich
- Herdgeschehen, das sich auf die Wirbelsäule auswirkt
- Reizdarm als mögliche Irritationszone, insbesondere wenn eine ausschließliche Behandlung des Bewegungsapparates über mehrere Wochen keine Besserung ergibt
- Haltungsveränderungen und Veränderungen der Wirbelsäulenstatik im Zusammenhang mit ausgeprägten Blähungszuständen
Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem KNEIPP-Arzt.
Vorsicht bei / Nicht geeignet bei
- akuten Beschwerden der Wirbelsäule, z. B. Hexenschuss
- fieberhaften Infekten
- akuten Kreislaufstörungen
- noch nicht geklärten Beschwerden, insbesondere bei beeinträchtigtem Allgemeinzustand
- mangelnder Bereitschaft, aktiv an der Maßnahme mitzuwirken
Bitte beachten
- Erforderlich sind eine ausführliche Anamnese und Funktionsdiagnostik, unter anderem zu Bewegungsverhalten, Körperhaltung sowie gelenk-, muskel- oder neurologisch bedingten Störungen.
- Wirbelsäulen- oder Rückenschmerzen können auch durch andere Erkrankungen verursacht oder beispielsweise vom Herzen ausstrahlen.
- Bei gesundheitlichen Einschränkungen im Rahmen der Zweit- und Drittprävention sollte die Anleitung durch entsprechend ausgebildete Therapeuten, insbesondere Physio- oder Ergotherapeuten, erfolgen.
- Fragen Sie in Ihrem KNEIPP-Verein nach geeigneten Angeboten.
- Weitere Auskünfte können auch Krankenkassen erteilen.