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Wassertreten

Wassertreten ist eine der bekanntesten KNEIPP-Anwendungen. Regelmäßig durchgeführt wirkt es infektvorbeugend („abhärtend“) und ausgleichend – es beruhigt am Abend und erfrischt am Tage. Die Durchblutung besonders der feinen Haargefäße (Kapillaren) wird gefördert und die Venen werden durch das kalte Wasser gekräftigt.

 

„So einfach es scheint, bis an die Waden im Wasser zu gehen, so dient doch gerade diese Anwendung zur Abhärtung; es wirkt diese Anwendung auf den ganzen Körper, kräftigt die ganze Natur.“ – S. Kneipp

 

Benötigt wird:

  • Wassertretbecken, Badewanne oder ein großer Eimer bzw. Bottich
  • alternativ – besonders an warmen Sommertagen – ein seichter Uferstreifen, Bachlauf, Stadtbrunnen oder Meeresstrand

Das Wasser sollte bis etwa handbreit unter das Knie reichen.

Vor dem Wassertreten bitte beachten:

  • Füße und Beine müssen warm sein.
  • Eine ausreichende Vorerwärmung ist wichtig für eine optimale Wirkung, zum Beispiel durch Treppensteigen, Fahrradfahren, Wandern, Fußkreisen, Gymnastik oder Kniebeugen.
  • Wird das Wassertreten während eines Spaziergangs oder einer Fahrradtour durchgeführt, sind Beine und Muskulatur in der Regel bereits gut durchblutet und erwärmt.
  • Direkt im Anschluss sollte kein kaltes Armbad durchgeführt werden, da sich beide Anwendungen in der gewünschten Wiedererwärmung gegenseitig beeinträchtigen können.
 

„[…] es wirkt diese Anwendung auf den ganzen Körper, kräftigt die ganze Natur.“ – S. Kneipp

 

So wird’s gemacht:

  • Die Wanne bzw. das Gefäß mit kaltem Wasser füllen. Die Wassertemperatur sollte etwa 8 bis 18 °C betragen, die Wasserhöhe bis knapp unter das Knie reichen.
  • Bei jedem Schritt den Fuß vollständig aus dem Wasser heben („Storchengang“).
  • Bei Verwendung eines Eimers oder einer Fußbadewanne kann die Anwendung auch im Sitzen durchgeführt werden. Dazu auf einen Stuhl setzen und die Beine abwechselnd aus dem Wasser heben.
  • Die Dauer beträgt je nach Wassertemperatur etwa 30 Sekunden bis 1 Minute.
  • Die Anwendung spätestens beenden, wenn ein deutlicher Kälteschmerz wie Schneiden oder Stechen auftritt.
  • Das Wasser anschließend nicht abtrocknen, sondern nur abstreifen und sofort Strümpfe und Schuhe anziehen.
  • Danach für eine gute Wiedererwärmung sorgen – zum Beispiel durch Bewegung oder am Abend im Bett.

Sonstiges

Nur die regelmäßige Anwendung führt zum gewünschten Erfolg. Die Reizstärke sollte dabei langsam gesteigert werden.

Wirkung

  • venenkräftigend und den venösen Rückstrom fördernd
  • entstauend auf Venen und Lymphsystem
  • nachfolgend erwärmend und durchblutungsfördernd
  • infektvorbeugend bei regelmäßiger Anwendung („abhärtend“)
  • schlaffördernd am Abend
  • beruhigend
  • stoffwechselanregend
  • unterstützt bei der Wiedererwärmung die Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut
Armbad

Geeignet bei

  • Infektanfälligkeit
  • Einschlafstörungen
  • leichten arteriellen Durchblutungsstörungen (AVK I)
  • Venenleiden der Beine sowie Zustand nach Venenentzündung (Thrombophlebitis)
  • Durchblutungsstörungen und Störungen der Wärmeregulation
  • Neigung zu hohem Blutdruck
  • niedrigem Blutdruck und Kreislaufstörungen
  • Müdigkeit
  • funktionellen Herzproblemen
  • Sudeck Stadium I der Beine
  • „heißem Kopf“
  • gefäßbedingten Kopfschmerzen
  • Benommenheit
  • Wetterfühligkeit
  • vermehrtem Fußschweiß

Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Vorsicht bei / Nicht geeignet bei

  • Menstruation
  • Harnwegsinfekten sowie Blasen- und Nierenkrankheiten
  • Unterleibsinfektionen bei der Frau
  • arteriellen Durchblutungsstörungen schwereren Grades (AVK Grad II–IV)
  • Frösteln oder Frieren
  • Kältegefühl an den Beinen oder kalten Füßen
  • Reizzuständen der Beinnerven, insbesondere bei Ischiasnervenschmerz
 

Bitte beachten

Wichtigstes Kriterium ist immer eine gute Vorerwärmung vor jeder Kaltanwendung.

Die Inhalte dieser Anwendung wurden von Dr. Bachmann verfasst und mit freundlicher Genehmigung des Kneipp-Bund e. V. veröffentlicht.

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