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Artischocke - Cynara scolymus

Die Artischocke gehört zu den ältesten Heilpflanzen, die traditionell bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Ihre Bitterstoffe regen den Appetit an, fördern den Gallenfluss und unterstützen die Darmbewegung. Darüber hinaus wird der Artischocke eine positive Wirkung auf Blutfettwerte und Cholesterinspiegel zugeschrieben. Da sie außerdem den Fettstoffwechsel anregt, wird sie auch im Zusammenhang mit Fastenkuren eingesetzt.

Die Artischocke ist eine distelartige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Ihre dachziegelartig angeordneten Blätter können bis zu etwa 50 cm groß werden. Die Blütenkörbchen sind zudem als wohlschmeckendes Gemüse bekannt.

Bestandteile und Inhaltsstoffe

Verwendet werden vor allem die frischen oder getrockneten Blätter und Stängel der Pflanze. Sie enthalten unter anderem Flavonoide und Bitterstoffe, die den Gallenfluss anregen und dadurch die Fettverdauung unterstützen können. Besonders dem Bitterstoff Cynarin wird im Zusammenspiel mit weiteren Inhaltsstoffen eine leberschützende Wirkung zugeschrieben.

 

„Jedes einzelne Kräutlein hat seine eigene individuelle Wirkung.“ – S. Kneipp

 

Art der Anwendung

  • In Fertigpräparaten, z. B. in Form von Kapseln, Dragees, Frischpflanzenpresssaft oder alkoholischen Extrakten wie Tinkturen.
  • Artischockenblätter und -stängel sind als Trockenextrakt Bestandteil zahlreicher Präparate, beispielsweise im Bereich der Leber- und Gallemittel.
  • Als Teeaufguss bei leichten Verdauungsbeschwerden.
  • Als Gargemüse – reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen.

Teezubereitung und Dosierung

  • 1 TL fein geschnittene Artischockenblätter mit etwa 150 ml heißem Wasser übergießen.
  • Etwa 10 Minuten ziehen lassen.
  • Anschließend abseihen.
  • Vor den Mahlzeiten jeweils 1 Tasse trinken.

Sonstiges

  • Artischockenherzen gelten zwar als Delikatesse, enthalten jedoch weniger Bitterstoffe als die Blätter.
  • Die Artischocke wurde im Jahr 2003 zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

Wirkung

  • galletreibend (cholagog)
  • leberschützend (hepatoprotektiv) und die Leberfunktion unterstützend
  • blutfett- und cholesterinsenkend, insbesondere im Hinblick auf oxidiertes LDL
Armbad

Geeignet bei

  • Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden), insbesondere wenn diese durch Störungen von Leber und Galle verursacht werden
  • Appetitlosigkeit, Reizmagen, Reizdarm, Sodbrennen und Reflux
  • zur Vorbeugung bei wiederholt auftretenden Gallensteinen (Rezidivprophylaxe)
  • Gallenblasengrieß
  • chronischen Leberkrankheiten
  • arteriosklerotischen Krankheitsbildern im frühen Stadium
  • zur Unterstützung bei Diät-, Abmagerungs- oder Fastenkuren, um das Risiko einer Gallensteinbildung zu senken
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Brechreiz im Rahmen einer Zytostatika-Behandlung

Bitte halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Vorsicht bei / Nicht geeignet bei

  • Verschluss der Gallenwege bei Gallensteinleiden
  • Allergie gegen Artischocken oder andere Korbblütler
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren

Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

Die Inhalte dieser Anwendung wurden von Dr. Bachmann verfasst und mit freundlicher Genehmigung des Kneipp-Bund e. V. veröffentlicht.

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